HDS-Methodenworkshop kollegiale Beratung und der Backchannel

Im Rahmen des HDS-Grundlagenmoduls fand ein Workshop zur Methode der kollegialen Beratung statt. Da die Gruppe sehr groß war und der Termin nicht allen gleichermaßen passte fand dieser zweimal statt, wobei Annett und ich dadurch je an einem der Termine teilnahmen. Während Annett in einer kleinen Runde mit 3 Teilnehmern + 2 Tutoren arbeiten konnte, waren wir gestern zu siebt (+ 2 Tutoren).

Die Methode untergliedert die Analyse problematischer Lehrfälle dabei in verschiedene Phasen, die strikt durchgezogen werden und vor allem auf verschiedene Brainstorming-Methoden setzen (können). Neben dem Wikipedia-Artikel finden sich eine ganze Reihe weiterer Materialien im Netz, u.a. auch eine Broschüre der IGMetall mit Best Practices (PDF, danke an @AstridChr).

Es mag daran liegen, dass es Montag war oder der Raum viel zu groß oder ich generell das Gefühl hatte, ich müsste ganz viele andere Sachen machen, aber ich war der Methode sehr kritisch gegenüber gestimmt. Da ich aber auch weiß, dass mir neue Methoden nur dann etwas bringen, wenn ich mich drauf einlasse, suchte ich nach Motivation.

Und tatsächlich, einige Follower kannten die Methode – und mochten sie sogar:

Gut, damit war die Motivation und das Vertrauen, dass es eventuell sinnvoll sein könnte, gestärkt und zudem ein Backchannel offen, über den ich weitere Perspektiven zu der Methode einfangen konnte.

Im Workshop diskutierten wir zwei Fälle der Teilnehmer

  • Fall 1: Wie sollte mit quatschenden und dadurch störenden Gruppen in Vorlesungen umgegangen werden
  • Fall 2: Wie sollte mit Studenten umgegangen werden, die sich nicht an Vereinbarungen halten (in diesem Fall war es das nicht-Einhalten eines Besprechungstermins für ein Referat)

Während im ersten Versuch die Tutoren noch Moderation und Dokumentation übernahmen, wurden diese Aufgaben im zweiten Fall auf uns übertragen. Da ich die Rolle der Dokumentation übernahm kann ich auch die Lösungsvorschläge zum zweiten Fall verraten:

  • Vereinbarung online stellen und Erwartung, dass das gelesen werden muss, muss kommuniziert werden
  • Wiederholt kommunizieren
  • Verbindlichkeit verstärken, auch im gesamten Institut kommunizieren
  • Anwesenheitspflicht erzeugen
  • Referat ohne Absprache nicht halten lassen

So ganz warm geworden mit ich damit dennoch nicht (im Gegensatz zu anderen Ansätzen aus dem ersten Workshop, die ich nun verstärkt einsetze). Einerseits liegt es für mich oft näher, Kollegen einfach so auch mal um Rat zu fragen. Das machen wir regelmäßig und bei gemeinsam vorbereiteten Lehrveranstaltungen geschieht es ohnehin. Durch die Brainstorming-Ansätze werden aber sehr viele Ideen eingefangen, was für eher komplexe und vielseitige Probleme passend zu sein scheint.

Bereits in der zweiten Runde hatten wir das Vorgehen ein wenig abgeändert (Notieren der Hypothesen auf Zetteln statt sie zu formulieren, wenn wir sie ohnehin nicht diskutieren sollen) und es war nicht schlecht. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass eine „normale“ Diskussion unter Lehrenden zu ähnlichen Ergebnissen führen würde. Aber wer weiß.

Annett, die den kleineren Workshop besucht hatte, hatte hier mehr für sich mitgenommen.

So unterschiedlich kann es laufen. Vielleicht teilt sie ihre Erfahrungen in enem zweiten Blogpost oder den Kommentaren…?

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Erster Workshop zur Literaturrecherche: Ab wann sollte man unterstützen?

Heute lief unser erster Workshop zum Thema „Literaturrecherche“, der von den Studenten in Eingenregie konzipiert und durchgeführt wurde. Sie setzten dabei auf klassische Powerpointfolien, um den Workshop zu führen und wichtigste Punkte festzuhalten, und ein Flipchart um Ergebnisse aus Gruppendiskussionen festzuhalten. Diese verteilten sich gut über den Workshop und drehten sich vor allem um die Erfahrungen und Best Practices der anderen Studenten beim Finden geeigneter Suchbegriffe, Wahl von Suchdatenbanken. Mit einer kleinen Übung wurde das ganze ergänzt: zu einem Beispielthema sollten in 5 Minuten erste Quellen gefunden werden. Bei der Auswertung ging es weniger um die gefundenen Quellen selbst, sondern um die Suchstrategien.

Einschätzung des Workshops

Gerade dieser erste Workshop war für uns mindestens genauso spannend wie für die Studenten. Die freie Gestaltung haben sie ganz gut genutzt: Inhaltlich haben sie sich an die alten Folien bzw. die von uns angelegte Wikiversity-Seite gehalten, was ok ist, denn hier hatten wir ja unserer Best Practices hinterlegt. Bei der methodischen Ausgestaltung war ein roter Faden durch die Folien gesichert, die Diskussionen und das Festhalten der Antworten brachten weitere Punkte und setzten Schwerpunkte.

Beim Formulieren des Feedbacks zum Workshop kam leider keine richtige Diskussion zustande: Die Studenten hielten sich zurück, warteten scheinbar auf unsere Antworten und Einschätzungen, wollten nichts Falsches sagen.

  • Wie können wir hier den Studenten mehr Sicherheit geben?

Selbstreflektion

Als ersten großen Punkt haben wir das Literaturmanagement zu dem Workshop ergänzt, da dieser im Workshop nicht vorkam (und auch nicht so direkt aus dem Literaturrecherche-Thema zu entnehmen war).

Uns beschäftigte hinterher vor allem die Frage:

  • Ab wann darf und soll man eingreifen, ergänzen oder eventuell sogar moderieren?

Beispielsweise war bei der Eröffnung der ersten Diskussionsrunde das Problem, dass wirklich keiner etwas dazu sagen wollte oder konnte. Es entstand eine Stille, bei der die Workshopleiterin nicht ganz wusste, wie sie fortfahren soll. Das Problem kennt glaube ich jeder Dozent und es braucht diese Situationen, um Strategien zu entwickeln, das ganze aufzulösen: jemanden herausgreifen und aktiv ansprechen kostet ein wenig Überwindung. Annett hatte dann mit „Na nun lasst sie/ihn mal nicht so hängen.“ die Gruppe ermutigen können und das ganze aufgelöst, aber ab wann muss man hier eingreifen?

Genauso fiel es mir schwer einzuschätzen, ob wichtige Punkte noch fehlen und ab wann wir sie ergänzen sollten.

  • Hier gibt es sicher kein Geheimrezept, aber vielleicht weitere Best Practices und Erfahrungen aus Lernersicht…?
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